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Spritkrise: Teilerfolg in Mailand, Blockaden gehen weiter

Redaktion
Leere Regale heute Mittag in einem Supermarkt in Süditalien: Seit Freitag blockieren Lkw-Fahrer die wichtigsten Zufahrten der Region gegen die hohen Dieselpreise. Die Lieferungen für Frischwaren und Milch sind unterbrochen, Confcommercio Sicilia schätzt den Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro.
Leere Regale heute Mittag in einem Supermarkt in Süditalien: Seit Freitag blockieren Lkw-Fahrer die wichtigsten Zufahrten der Region gegen die hohen Dieselpreise. Die Lieferungen für Frischwaren und Milch sind unterbrochen, Confcommercio Sicilia schätzt den Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro. (Foto: © Bastian Glumm)
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Nach dem Treffen von Verkehrsminister Matteo Salvini mit den Transportverbänden am Dienstag in Mailand ist die Spritkrise im Süden nur zum Teil entschärft. Verkehrs-Vizeminister Edoardo Rixi hat 480 Millionen Euro für die Branche freigegeben und weitere 150 Millionen Euro angekündigt. Das sizilianische Komitee hat den Streik ausgesetzt. In Kalabrien, Kampanien, Apulien und Molise laufen die Blockaden weiter, teils bis zum nächsten Regierungstermin am 27. Oktober.

480 Millionen zugesagt, nächster Termin 27. Oktober

Nach dem gestrigen Treffen in der Präfektur Mailand sagte Rixi, die bereits bereitgestellten 480 Millionen Euro würden ab sofort an Anträge bis zum 30. August ausgezahlt. Dazu sollen über 150 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln in ein neues Dekret aufgenommen werden. Salvini kündigte an, zuerst die vorhandenen Fonds auszuzahlen und danach weitere Mittel zu bewilligen. Geprüft wird außerdem ein Modell nach spanischem Vorbild, bei dem die Transportpreise an die Dieselpreise gekoppelt werden.

Die vollständige Diesel-Steuergutschrift soll laut Rixi erst 2027 wirksam werden. Verlängerung und Höhe der Steuerentlastung, zusätzliche Mittel für Seeverkehrs-Anreize und die Fährtarife an der Straße von Messina bleiben offen. Zu diesen Punkten soll ein ständiger Süd-Ausschuss beraten, das nächste Treffen zwischen Verbänden und Regierung ist für den 27. Oktober angesetzt.

Sizilien hebt auf, Kalabrien geht bis 27. Oktober

Das Comitato Trasportatori Siciliani hat den Streik nach dem Treffen aufgehoben. Nach Angaben des Komitees seien fast alle Forderungen akzeptiert worden, darunter die Freigabe der Rückstände bei den Seeverkehrs-Anreizen für 2023/2024 und 2025/2026 sowie 50 Millionen Euro zusätzlich für 2026/2027. Die sizilianischen Betriebe bleiben nach Angaben des Komitees in Alarmbereitschaft, bis alle offenen Punkte geklärt sind.

Während das sizilianische Komitee den Streik nach dem Treffen mit Verkehrsminister Salvini aufgehoben hat, laufen die Blockaden in Kalabrien, Kampanien und Apulien weiter. Nächster Entscheidungstermin ist der 27. Oktober.

Während das sizilianische Komitee den Streik nach dem Treffen mit Verkehrsminister Salvini aufgehoben hat, laufen die Blockaden in Kalabrien, Kampanien und Apulien weiter. Nächster Entscheidungstermin ist der 27. Oktober.

(Foto: © Bastian Glumm)

In Kalabrien laufen die Blockaden dagegen weiter. Mario Pansini vom Logistikverband Fedralog kündigte an, den Protest bis zum 27. Oktober fortzusetzen. Blockiert werden die SS 18 an der tyrrhenischen Küste bei Cosenza, die SS 534 zwischen Firmo und Sibari, die SS 106 bei Cassano Ionio sowie ein Posten in Castrovillari. In Kampanien stehen Lkw auf der A2 im Vallo di Diano und bei Salerno, zudem ist der Autobahnknoten zwischen A1 und A30 bei Caserta-Salerno gesperrt. In Apulien zog am Morgen ein Konvoi aus Lkw und Traktoren durch Bitonto, in Molise verlegten die Fahrer ihre Blockade von Roccaravindola auf die SS 85 bei Venafro.

Supermärkte unter Druck, Fähren vor Ischia und Procida gefährdet

Die Versorgung bleibt angespannt. In Messina sind nach Angaben lokaler Betreiber fast alle Supermärkte im Zentrum von Engpässen betroffen, in rund fünfzehn Gemeinden an der ionischen Küste wird der Hausmüll derzeit nicht abgeholt. In Cosenza fehlen Obst, Gemüse und Frischmilch, in Isernia sind Fleisch und frisches Gemüse knapp. Im Golf von Neapel bilden sich auf Ischia lange Schlangen vor den Tankstellen, auf Procida sind die Regale weitgehend leer.

Die Reederei Caremar hat gewarnt, dass die Fährverbindungen zu Ischia und Procida ab Donnerstag stillstehen könnten, wenn kein Treibstoff nachkommt. Der Durchschnittspreis für Diesel liegt in Italien weiter bei rund 2,30 Euro pro Liter. Für Reisende im Süden bleibt der Verkehrssektor in dieser Woche die Hauptproblemzone, mit dem 27. Oktober als nächstem Entscheidungstermin.

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