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Supermärkte in Süditalien leer: 50 Millionen Euro Schaden

Redaktion
Von Palermo bis Campobasso stehen die Supermarktregale leer: Nach fünf Tagen Lkw-Blockaden gegen die hohen Dieselpreise schätzt Confcommercio Sicilia den Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro. (Symbolfoto)

Von Palermo bis Campobasso stehen die Supermarktregale leer: Nach fünf Tagen Lkw-Blockaden gegen die hohen Dieselpreise schätzt Confcommercio Sicilia den Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro. (Symbolfoto)

(Foto: © Bastian Glumm)
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Nach fünf Tagen Lkw-Blockaden stehen in Süditalien die Supermarktregale leer. Betroffen sind nicht nur Frischwaren, sondern inzwischen auch Milch, Konserven und Mineralwasser. Confcommercio Sicilia schätzt den Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro. Am heutigen Dienstag kommt es in Mailand zum Treffen zwischen den Transportverbänden und Verkehrsminister Matteo Salvini, von dem die Fortsetzung der Blockaden abhängt.

Von Palermo bis Molise fehlen die Lieferungen

Die Lage reicht quer durch den Süden. Delegierte des Verbraucherverbands Consumerismo No Profit haben zwischen Freitag und Samstag neun Verkaufsstellen mit leeren oder halbleeren Regalen dokumentiert. In Sizilien betrifft das Palermo, Catania, Trapani, Messina, Agrigento und den Raum Ragusa. In Kalabrien ist Scalea erfasst, in Apulien Cerignola, Foggia und San Severo. In Kampanien sind Mercogliano, Neapel, Caserta und Salerno erfasst.

Hinzu kommen Sora, Cassino und Fabrica di Roma im Latium sowie Campobasso im Molise. In den Supermärkten der Provinz Foggia fehlen laut Dokumentation inzwischen auch Mehl, Eier, Geflügel und Brot. In Sizilien sind nach einer Reportage aus Palermo keine Orangen mehr erhältlich, Kunden berichten, dass die Regale bereits am Sonntag leer gewesen seien. Hamsterkäufe werden bislang nicht gemeldet, die Lücken entstehen durch ausbleibende Lieferungen.

Confcommercio schätzt Schaden auf 40 bis 50 Millionen Euro

Für die bisher fünf Protesttage beziffert Confcommercio Sicilia unter Präsident Gianluca Manenti den Gesamtschaden für Großhandel und Frischwarenkette auf 40 bis 50 Millionen Euro. Davon entfallen laut Aufschlüsselung 20 bis 25 Millionen auf entgangene Verkäufe in Obst- und Gemüseabteilung, Metzgerei und Molkerei, 12 bis 15 Millionen auf Logistikkosten durch Betriebsstopps und Lieferverzögerungen sowie 8 bis 10 Millionen auf Waren, die wegen der Verzögerungen verderben könnten. Manenti bezeichnet die Lage als äußerst besorgniserregend.

Confesercenti Kampanien unter Präsident Vincenzo Schiavo meldet, dass die Bestände einiger Supermarktketten bereits auf 50 Prozent gesunken seien. Coldiretti Puglia berichtet von Kühlhäusern voller verderblicher Ware, die nicht abgeholt wird. Der Pasta-Hersteller La Molisana hat seine Produktion in Campobasso vorübergehend gestoppt, weil Rohstoffe nicht ankommen und fertige Ware nicht ausgeliefert werden kann. Schiavo warnt zudem, dass auch Apotheken in den kommenden Tagen Lieferprobleme bekommen könnten.

Lkw-Blockaden gegen die Dieselpreise

Hintergrund der Krise ist der seit dem 16. Oktober laufende Protest der Lkw-Fahrer in Kalabrien, Apulien, Kampanien, der Basilikata und auf Sizilien gegen die hohen Dieselpreise. Der Durchschnittspreis für Diesel liegt laut Ministerium für Unternehmen und Made in Italy bei rund 2,30 Euro pro Liter, der Verbraucherverband Codacons spricht von einem Anstieg von fast 40 Prozent gegenüber 2025. Nach aktuellen Zählungen stehen 25 Blockadepunkte an Autobahnknoten und Hauptverkehrsstraßen Zentral- und Süditaliens.

Verkehrsminister Matteo Salvini hat das ursprünglich für den 27. Oktober geplante Treffen mit den Verbänden auf heute Dienstag, 15 Uhr, in der Präfektur Mailand vorverlegt. Mit am Tisch sitzen die autonomen Verbände aus Kalabrien, Sizilien und Apulien sowie Vizeminister Edoardo Rixi. Das Ende des Lkw-Streiks ist für Mitternacht angesetzt. Vom Ergebnis des Treffens hängt ab, ob der Verkehrssektor am Mittwoch wieder zu normalen Abläufen zurückkehrt oder ob der Konflikt in eine dritte Woche geht.

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